Home Englisch

Parlamentarier/Innen
für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR)

08.03.2010
International/New York: Ban Ki-moon spricht für die Frauen

Der Internationalen Frauentag heute veranlasste auch den UNO-Generalsekretär, Ban Ki-moon, in einer Presseerklärung auf die Situation von Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen und auf ihre Menschenrechte.

“Die Gleichstellung der Geschlechter und das Empowerment von Frauen sind für die weltweite Aufgabe der Vereinten Nationen, gleiche Rechte und die Würde Aller sicherzustellen, von grundlegender Bedeutung. Das ist eine Frage der grundlegenden Menschenrechte, die in unserer Gründungscharta und der Allgemeinen Erklärung festgeschrieben ist und wichtiger Teil der Identität der Vereinten Nationen", sagte Ban Ki-moon.

Die Gleichstellung von Frauen und Mädchen sei auch eine wirtschaftliche und soziale Notwendigkeit. Bevor nicht alle Frauen und jungen Mädchen von Armut und Ungerechtigkeit befreit seien, seien alle unsere Ziele – Frieden, Sicherheit, nachhaltige Entwicklung – gefährdet.

Ban Ki-Moon betonte, dass vor 15 Jahren sich die Regierungen auf der fünften Weltfrauenkonferenz dazu verpflichtet hätten, Gleichstellung, Entwicklung und Frieden für alle Frauen weltweit voranzubringen. Die Erklärung von Peking sei ein Meilenstein und von weitreichender Bedeutung und habe einen großen Einfluss auf die politischen Entscheidungen und nationalen Gesetze gehabt. "Mit der Erklärung wurde die wichtige Botschaft an alle Frauen und jungen Mädchen in der Welt gesendet, dass Chancengleichheit ein unveräußerliches Recht ist", so der UNO-Chef.

Die Bilanz soweit ist, dass sich in Bezug auf die Primärausbildung einiges verbessert hat. Soeerhält heute ein Großteil der Mädchen eine Schulausbildung, zumnidest einen Grundschulabschluss. Zudem machen sich immer mehr Frauen selbstständig oder übernehmen politische Verantwortung. Eine wachsende Zahl von Ländern hat Gesetze eingeführt, die sexuelle und reproduktive Gesundheit unterstützen und die Gleichheit der Geschlechter fördern.

Aber die Leerstellen in der Erreichung der Milleniumsentwicklungsziele sind groß: Beispielsweise ist die Müttersterblichkeit immer noch inakzeptabel hoch, zu wenig Frauen haben Zugang zu Verhütungsmitteln und die Gewalt gegen Frauen "bleibt eine weltweite Schande", so Ban Ki-moon. Insbesondere die sexuelle Gewalt gegen Frauen in Kriegs- und Konfliktsituationen sei anzuprangern. Im letzten Jahr habe der Sicherheitsrat zwei wichtige Resolutionen zu diesem Thema verabschiedet und er habe kürzlich eine Sondergesandte ernannt, die die internationale Gemeinschaft verstärkt auf das Thema aufmerksam machen soll, berichtete Ban ki-moon. Seine Kampagne „UNite to End Violence against Women“ (Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen) und das kürzlich gegründete Netzwerk männlicher Führungskräfte würden sich dafür einsetzen, den weltweiten Einsatz zu verstärken.

Diskriminierung und Ungerechtigkeit müssten immer wieder thematisiert werden, das sei eine der Schlüsselbotschaften der letzten eineinhalb Jahrzehnte. Stereotypisierung und Diskriminierung der Geschlechter seien weiter in allen Kulturen und Gemeinschaften vorhanden. "Es ist sehr besorgniserregend, dass frühe Heiraten und Zwangsehen, sogenannte Ehrenmorde, sexuelle Misshandlungen und der Handel mit jungen Frauen und Mädchen noch immer weit verbreitet sind und in einigen Regionen sogar steigen. Ob in Zeiten von Armut oder Katastrophen, Frauen tragen stets die größere Last", mahnte der UNO-Generalsekretär.

Die Vereinten Nationen müssten mit gutem Beispiel vorangehen, das sei eine wichtige Lektion. "Frauen spielen eine zentrale Rolle, um Frieden und Sicherheit zu gewährleisten. Deshalb arbeiten wir daran, mehr Frauen beim Militär- und Polizeidienst unserer Friedensmissionen einzusetzen". Bei den Vereinten Nationen besetzten mehr Frauen als je zuvor Führungspositionen. Indem eine neue Verwaltungseinheit innerhalb des UNO-Systems geschaffen wurde, so Ban Ki-moons Hoffnung, werde der Gleichstellung der Geschlechter und dem Empowerment von Frauen mehr Gewicht verliehen. "Ich appelliere an die Generalversammlung, diese Einheit ohne Verzögerung zu schaffen".

Der diesjährige Internationale Tag der Frau ist in Ban Ki-Moons Augen ein Stichtag, um gemeinsam einen kritischen Blick auf das Erreichte der vergangenen 15 Jahre zu werfen und zu analysieren, wo Erfolg zu verzeichnen sei und wo wir uns verbessern müssten. "Wir alle müssen uns für eine Zukunft der gleichen Rechte, der gleichen Chancen und des Fortschritts für alle einsetzen", sagte er abschließend.

Quellen: UNO / 08.03.2010; epo.de / 05.03.2010; eine Übersetzung der Rerde von Ban Ki-Moon auf der Website der Universität Kassel
Drucken